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Kapitel 1 Ravana fragt nach Belehrung
In der Übersetzung nach Golzio belehrt der Buddha den Herrscher von Lanka, dieser heisst Ravana. Es ist wohl so, dass Ravana erfahren möchte, was wesentlich ist, worum es geht. Der Buddha beginnt mit der Frage, warum Dharma und Adharma unterschieden werden. Dharma und Adharma sind gegensätzliche Begriffe und gehören eindeutig zum Bereich des dualistischen Denkens, dem Unterscheiden und Trennen. Beginnen wir mit dem Begriff "Adharma". Es bedeutet Ungerechtigkeit, Sünde, Ungesetzlichkeit oder Schuld. Und es ist das Gegenteil von Dharma. Mit anderen Worten Adharma steht für Schlechtes oder Abneigung, genau das, was wir gerne vermeiden wollen.  

Und der Buddha sagt wörtlich im Lanka:  "Die Unterscheidung von Dharma und Adharma entsteht infolge der falschen Vorstellung." Mit anderen Worten und verallgemeinernd ausgedrückt, bedeutet dies wohl, dass jedes dualistisches Unterscheiden falsch ist. Dharmas sind Erscheinungsformen. Dharma steht hier für das "was sich gerade zeigt und was wahrgenommen werden kann". Jetzt kommt die falsche Vorstellung mit ins Spiel: Ich ordne den Phänomenen etwas Substanzielles und Qualitatives zu. Substanziell bedeutet "da gibt es etwas Festes oder Beständiges". Und qualitativ bedeutet "etwas ist gut" oder "etwas ist schlecht", mit anderen Worten "ich beurteile das Phänomen".

Der Buddha sagt, dass Erscheinungsformn "nicht wirklich" sind. An anderen Stellen wird dies mit den Worten "wie ein Traum", "wie ein Feuerring" oder "wie eine Spiegelung" benannt. Das heisst, dass was wir täglich erleben und wahrnehmen ist wie ein Traum!

Und jetzt kommt es: Es heisst, dass die Betrachtung der Dinge von diesem Standpunkt aus bereits das Aufgaben dieser Dinge oder des Phänomens ist.

Aufgeben der Dinge
Bereits im ersten Absatz des Lanka im ersten Kapitel spricht der Buddha davon, dass wir etwas aufgeben können und zwar unsere falsche Vorstellung "von dem was ist". Wir können es aufgeben, wenn wir die Dinge (Erscheinungen, Phänomene) neu oder völlig anders betrachten. Betrachten ist dabei eine geistige Leistung, ein intensives Nachdenken. Wie geht dieses neue Denken:
  • Betrachte eingehend "Erscheinungsform". Erscheinen bedeutet: etwas erscheint. Etwas scheint als etwas. Scheinen per se ist bereits flüchtig, unbeständig. Denke dich dahin hinein.
  • Das was passiert, sich ereignet: Es ist nicht beständig. Es ist flüchtig. Verfliegt.
  • Sunstantiell : Es macht keine Sinn, sich unnütze Gedanken über das Vergangene zu machen. Es ist vorbei. Was jetzt passiert ist wichtig. Je neu. Aber Nachdenken im Sinne der Reflektion ist nützlich und notwendig.  
  • Qualitativ: Eine gute Gelegenheit, sich darin zu üben, die "Dinge" gleichmütig und mit Gelassenheit anzunehmen. Akzeptieren , das was Fakt ist. Was passiert ist. Und das Beurteilen aufzugeben. Es ist weder gut noch schlecht. Es ist das, was passiert ist.
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